Die deutsche Wirtschaft boomt. An den Börsen ist das Deutschland-Wunder derzeit aber nur bedingt zu spüren. Zwar hat sich der DAX in den vergangenen sechs Monaten deutlich besser entwickelt als der US-Leitindex Dow Jones oder aber die im Euro STOXX 50 gebündelte europäische Unternehmens-Elite. Dennoch schwanken die Kurse in einem Korridor zwischen 5.800 und 6.300 Punkten zum Teil um 2% innerhalb eines Handelstages. Die Volatilität, das Angstbarometer der Börsen, das die Schwankungsintervalle misst, ist zuletzt wieder nach oben gestiegen.
Risiken, die womöglich die Weltkonjunktur und damit auch die deutschen Exporte belasten, sehen Ökonomen gleich an mehreren Fronten. Die lockere Geldpolitik erhöht die Gefahr der Blasenbildung. Vor allem in Asien müssen die Zügel angezogen werden, was die Konjunktur ausbremsen könnte. In Europa und den USA explodieren die Staatsausgaben und die hohe Verschuldung verunsichert die Kapitalmärkte. Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Federal Reserve, sieht "unsichere Aussichten" und kündigte weitere Schritte zur Stabilisierung der Konjunktur an, wenn die Rezessionsrisiken steigen.
Wirtschaft - quo vadis? Greifen die Konjunkturprogramme und schieben sie die Konjunktur nachhaltig an oder steuern die Staaten aufgrund üppiger Schulden geradewegs in eine Inflation? Oder sorgt Unsicherheit für ein deflationäres Umfeld, weil Konsum und Investition aufgeschoben werden und die Preise purzeln? Aktuell ist kein Szenario wirklich auszuschließen, alles ist möglich.
26.08.2010
